JOBHOPPING: WIE VIELE JOBWECHSEL VERTRÄGT EIN LEBENSLAUF?

Arbeitnehmer wechseln heutzutage durchschnittlich alle 4 Jahre ihren Arbeitgeber. Die Gründe dafür können verschiedenster Art sein und auch je nach Branche lassen sich Unterschiede in der Häufigkeit und den Gründen für den Wechsel ausmachen. Als Jobhopping wird dieses neue Phänomen bezeichnet, welches in allen industrialisierten Ländern zu beobachten ist. Die Zeiten, in denen Sie nach dem Studium in ein Unternehmen eingestiegen und dort vierzig Jahre später wieder in Rente gegangen sind, neigen sich ihrem Ende zu. Befristete Arbeitsverträge, Umstrukturierungen, Fachkräftemangel – viele Faktoren tragen zum neuen Jobhopping-Phänomen bei. Und dennoch ist es im Lebenslauf bislang oft nicht gerne gesehen, wenn ein Bewerber zu viele Stationen auflistet. Ob es nun die Angst ist, viel Geld in das Einlernen des Neueinsteigers zu investieren und diesen dann zu verlieren, oder einfach noch die Gewohnheit aus den vergangenen Jahrzehnten.


Jobhopping wird in vielen Bewerbungen nicht gerne gesehen. Wie können Sie Ihre Jobwechsel also im Lebenslauf richtig darstellen?


Weshalb wechseln Arbeitnehmer ihren Job?


Erst einmal müssen Sie sich selbst darüber klar werden, weshalb Sie aktuell Ihren Job wechseln möchten und wieso Sie das auch in der Vergangenheit schon mehrmals getan haben. Erst dann können Sie die Gründe in positiver Art und Weise verpacken und im Lebenslauf sowie Bewerbungsgespräch entsprechend überzeugend darlegen. Die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel lassen sich grob nach dem Lebensalter der jeweiligen Person einteilen:



Wie häufig „darf“ ein Arbeitnehmer den Job wechseln?


Egal welche Gründe Ihre Jobwechsel am Ende hatten, mindestens drei Jahre sollten Sie es wenn möglich in einem Unternehmen aushalten, um die Wechsel später in einer Bewerbung sinnvoll darlegen zu können. Sie fragen sich nun, weshalb genau drei Jahre als Faustregel gelten? Ganz einfach: Es handelt sich dabei um den Zeitraum, den grosse Projekte in der Regel einnehmen. Ein Jahr wird dabei zur Einarbeitung veranschlagt, eines, um das Projekt anzustossen und ein letztes, um dieses nachhaltig zum Erfolg zu bringen und positive Spuren im Unternehmen zu hinterlassen. Jobwechsel, die also nach drei bis mehr Jahren stattfinden, lassen sich gut mit dem Arbeitsrhythmus eines Projektes begründen. Das hängt aber natürlich auch stets von Ihrer Branche ab.


Ob förderlich oder nicht, liegt auch am Alter…


Ob häufige Jobwechsel nun förderlich für die Karriere oder ein Hindernis im Lebenslauf sind, hängt sehr stark mit dem Lebensalter und der beruflichen Station in der Karriereplanung zusammen. Berufseinsteiger erhalten eine sogenannte „Schonfrist“. Denn gerade zu Beginn der Laufbahn im Arbeitsleben muss erst einmal die richtige Ausrichtung gefunden werden. Eine Orientierung auf Schwerpunkte, einen Wohnort oder den richtigen Arbeitgeber ist zu diesem Zeitpunkt häufig mit einer größeren Anzahl an Jobwechseln verbunden. Doch auch hier gilt: Im Bewerbungsgespräch muss die Frage nach dem „Wieso“ gut begründet werden. Stichworte, wie „Schwerpunktwechsel“ oder „Befristung“, können hier durchaus gleich im Lebenslauf angefügt werden.


Grundregeln für eine positive Darstellung in der Bewerbung


Aus welchen Gründen Sie gewechselt haben, wie häufig und in welcher Branche – all das kann nun in der Bewerbung positiv oder negativ dargestellt werden. Damit Sie wissen, worauf Sie in Ihrer Bewerbung achten müssen, wenn Sie bereits mehrere Jobwechsel vorzuweisen haben, und wo die absoluten No-Gos liegen, haben wir für Sie die Grundregeln für Jobwechsel in der Bewerbung zusammengetragen:


+ Machen Sie einen roten Faden zwischen den verschiedenen Stationen in Ihrem Lebenslauf sichtbar und verdeutlichen Sie so, dass die Jobwechsel Ihrer beruflichen Orientierung im Sinne eines durchdachten Karriereplans gedient haben. Gibt es eine Konstante? Dann heben Sie diese doch zum Beispiel durch Fettschrift hervor.


+ Sammeln Sie eventuelle ähnliche Stellen oder Projekte und stellen Sie diese als gesammelte Liste in einem Zeitraum dar. Sie können dann jedes einzelne Projekt mit Stichpunkten erklären und müssen nicht jede Stelle einzeln erläutern. Das schafft Ruhe, Zusammenhänge und einen optischen Vorteil.


+ Zählen Sie alle Stellen auf, heben Sie aber die wirklich wichtigen und relevanten Stationen in Ihrem Lebenslauf mit kurzen Beschreibungen, Stichworten oder optischen Highlights hervor. So erzielen Sie ein optisch ansprechendes Ergebnis und müssen sich hinterher nicht wegen fehlenden Angaben rechtfertigen oder um Ihren Job bangen.


+ Bedenken Sie ausserdem, dass nicht nur Ihr Lebenslauf einen guten Eindruck machen muss, auch das Anschreiben gehört zu einer Bewerbung dazu. Dies können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen und direkt in einem kurzen Satz Ihre zahlreichen Jobwechsel erklären. Rechtfertigungen hingegen sind nicht notwendig, vor allem nicht bei einer betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber.


+ Gehen Sie auf Kündigungen durch den Arbeitgeber kurz ein, wenn diese im Lebenslauf oder den Arbeitszeugnissen sichtbar werden. Legen Sie die Gründe kurz und sachlich dar.


+ Während Sie keine Daten verschweigen dürfen, können Sie natürlich jederzeit bei Ihren Anlagen und vor allem den Arbeitszeugnissen aussortieren. Fällt eines nicht so gut aus oder wird die Kündigung durch den Arbeitgeber deutlich, so lassen Sie es lieber weg. So sparen Sie sich hinterher kritische Fragen.


Lassen Sie aber niemals ganze Stellen weg. Auch dann nicht, wenn Sie diese nur für zwei oder drei Monate ausgeführt haben. Denn sollten diesen irgendwann dennoch einmal zur Sprache kommen, so darf der Arbeitgeber Ihnen ganz legal fristlos kündigen. Der Grund: Sie wurden unter Vortäuschung falscher Tatsachen eingestellt.


Viele Bewerber entscheiden sich dafür, einfach die Monatsangaben der einzelnen Stellen wegzulassen. Dennoch fallen die gleichen Jahreszahlen aber schnell ins Auge und der ein oder andere Personaler wird kritisch hinterfragen, weshalb Sie unvollständige Angaben machen. Das ist alles andere als gut für Ihr Image.


Lassen Sie davon ab, sich für Kündigungen zu rechtfertigen, Schuldige zu suchen oder gar schlecht über Ihren früheren Chef zu sprechen.


Beantworten Sie keine Fragen, die nicht gestellt wurden. Wenn die Stationen in Ihrem Lebenslauf nicht erwähnt werden, so suchen Sie sich ein anderes Gesprächsthema. Das ist letztendlich sonst nur kontraproduktiv.


Was am längsten währt, ist schlussendlich immer noch Ehrlichkeit. Stehen Sie zu Ihrem Lebenslauf, begründen Sie Ihre Jobwechsel möglichst positiv und achten Sie darauf, dass Sie mögliche Fragen authentisch und gleichbleibend beantworten. Wenn sich Ihre Angaben im Anschreiben, dem Lebenslauf, den Zeugnissen und dem Bewerbungsgespräch decken, so können Sie auch als Jobhopper den Personaler von sich überzeugen.


Beispielformulierungen für Anschreiben und Lebenslauf


Damit Sie einen kurzen Eindruck davon erhalten, wie die Begründung eines Jobwechsel im Bewerbungsschreiben oder als Stichpunkte im Lebenslauf aussehen könnte, haben wir einige Beispiele für Sie zusammengetragen:




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